Kerberos1978 - Weblog
 



Kerberos1978 - Weblog
  Startseite
  Über...
  Archiv
  Abonnieren
 


 

http://myblog.de/kerberos1978

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
13. Mai 2002!!!

13. Mai 2002:

Tja, genau auf den heutigen Tage bin ich ein Jahr mit meinem Schatzi zusammen.

Worauf ich stolz bin?
Das ich bei Problemen, und weiß Gott, die hatten wir, nicht sofort den sprichwörtlichen Schwanz eingezogen habe. Ich habe mit mir selbst gekämpft, damit ich nicht aufgeben muss. Ich liebe meinen Kai.

Ich war in diesem einem Jahr sicher manchmal ein Ekel. Und mit mir ist es nicht einfach. Aber Kai, ich danke Dir für diesen Jahr, auf die nächsten!
So, aber in den letzten sechs Wochen ist noch viel mehr passiert:

Wir haben meine Eltern nach Bad Godesberg (Bonn) verfrachtet.
Auch wenn es meiner Mama ziemlich schwer fällt, die Familie, Freunde und die selbstaufgebaute Traumwohnung hinter sich zu lassen, so glaube ich doch, daß alle diese Opfer es wert sind, damit meine Eltern wieder gemeinsam leben können

Es passierte zwar noch einiges, aber dazu evt. später mehr...
13.5.03 11:14


Werbung


17. Mai 2002!!!

17. Mai 2002:

Es war Mittwoch. Ich tauchte fünf vor Acht in der Charité, dem wohl größten und bekanntesten Krankenhauskomplex Deutschlands, auf.

Dann folgte die Fahrstuhltortour. Nur die westlichen Lifte bringen einen in den zwanzigsten Stock, der obersten Etage des Bettenhochhauses. Aber selbst mit vier Fahrstühlen sollten man sich etwas Zeit mitnehmen, denn in einem Gebäude mit zwanzig Stockwerken, welches dazu noch eine Klinik ist, kann man annehmen, das in nahezu jedem Stockwerk jemand aus- oder einsteigen möchte.
In dieser metallenen Enge, natürlich ohne Klimaanlage, mochte man sich schon über das Schild mit der maximalen Tragfähigkeit von 21 Personen wundern. Aber Gerüche und die drückende Wärme wurden dann doch jede Etage von einem Schwall frischer Luft erfrischt, sobald sich die segensreiche Fahrstuhltür öffnete. Ist es eigentlich ungewöhnlich, das einem bei solch einer Fahrstuhlfahrt der deutsche Film "Abwärts" mit Götz George einfällt? Egal... Fast geschafft, noch eine Etage, dann rechts!

Nun war ich angekommen, auf der Glastür strahlte mir das große Logo dieser Forschungsabteilung entgegen, "3Clinical Research".
'Hier werde ich die nächsten 16 Tage verbringen. Sechzehn Tage eingeschlossen auf einer halben Etage mit anderen Probanden.' Mit Probanden, die das gleiche Schicksal trugen, wie ich, nämlich allergisches und/oder chronisches Asthma.

Diese Studie untersuchte ein Medikament, welches zwar schon in dieser Form auf dem Markt existiert, aber ein anderer Pharmakonzern hat sich entschlossen, diesen Wirkstoff ebenfalls zu produzieren. Folglich mußte dieser auch in klinischen Studien getestet werden.
Nachdem ich verwundert den Türöffner betrachtete und feststellte, dass diese Klingel und das Türschließsystem über die Telefonanlage geht, drückte ich die Glastür nach innen sobald ich den Summton hörte. Ich wurde direkt abgefangen und freundlich begrüßt.

Schließlich wurde mir mein Zimmer zugeteilt. Auf diesem doch recht kurzen Weg, schienen mir etliche Gedanken durch den Kopf zu fliegen.
'Hoffentlich sind da jetzt nicht nur alte Opas mit auf dem Zimmer oder irgendwelche Spinner.
Wahrscheinlich wird einem die ganze Zeit von alten Kriegveteranen über die doch so tragischen Vierziger berichtet, wo man es dann doch so schwer hatte und obwohl man gegen das ganze Regime war, ja auch nur Befehlen gehorchte. Oder vielleicht ein kleiner Krishna, so einer, der einem am Bahnhof ein Blümchen "schenken" möchte, für einen Euro natürlich. Und mich dann die ganze Zeit bekehren will und mir vom Heiligen Geist des Sonnenscheins vorplaudert. Vielleicht gäbe es aber auch solch einen Pausenclown, der die Meinung vertritt, ‚Lieber einen schlechten Spruch, als gar keinen.'. So einer hätte gerade noch gefehlt.
Vielleicht habe ich auch Glück und ich habe einfach ganz stinknormale Menschen auf dem Zimmer. Aber nein, warum sollte es so sein? Wie wahrscheinlich war das? Ich rechnete schon fest damit, von Grufties am linken Ohr und von fanatischen Edel-Christen am rechten Ohr belöffelt zu werden und mir zu wünschen, der Tag wäre vorbei.'

Okay, es waren nur wenige Meter bis zur Tür und als sich diese dann öffnete, sollte ich nicht enttäuscht werden. Meine Erwartungen waren fast erhört worden.
Rechts vorne stand ein älterer Herr an seinem Bett, der auf jeden Fall das Alter hatte, die Kriegszeit erlebt haben zu können. Die beiden hinteren Personen konnte ich nicht erkennen, da diese sich grade dem Fenster zuwandten und ich somit nur Silhouetten wahrnahm. Der linke Schatten stellte sich mit einer ziemlich dunklen Stimme vor...

‚Wo war ich hier?' Ich stellte meine Reisetasche auf das Bett. Nach nicht einmal einer Minute hatte ich das Zimmer wieder verlassen, denn ich witterte eine Chance. Der einzig leere Schrank war verschlossen und der Schlüssel fehlte. Kurzerhand wurde von einer Schwester bestimmt, dass ich dann halt in das andere Zimmer gehen müsste.

‚Okay,' dachte ich mir so ‚wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, das sich die Charaktere wiederholen würden? Gleich Null.' Also ging ich gutgelaunt und wieder voller Zuversicht in die nächste Tür. Und bevor ich irgendjemanden sondieren konnte, kam mir schon ein zuversichtliches "aha.." aus der linken Zimmerecke entgegen. Und nachdem ich einen scheuen Rund-Um-Blick gewagt hatte, war ich mit meinen Zimmergenossen doch recht zufrieden. Es schienen ganz normale Typen zu sein.

Aber ich hatte mir vorgenommen, nicht sofort einen Direktangriff zu starten. Dafür bin ich ja sowieso nicht der Typ. Ich würde die Ruhegenießen, die ich hier nach einiger Zeit bekam. Ich hatte endlich mal Zeit für mich.

Nun ja, nach nunmehr 56 Stunden Aufenthalt hier, am Nachmittag meines dritten Tages, kann ich beruhigt sagen, dass es doch nicht ganz so schlimm ist, wie ich es mir ausgemalt habe.
Das Personal hier ist wahnsinnig nett. Sie tun vieles, lassen oft ihre Arbeit stehen und liegen, nur weil man einen Tee haben möchte oder kommen auch mal ins Plauschen und Lachen...
Okay, jede Firma und überall gibt es einen Hausdrachen und den gibt es natürlich auch hier, aber momentan ist das der Tornado dieser Hexe nur ein laues Windchen.

Es hat sich herausgestellt, daß die dunklen Gestalten aus dem ersten Zimmer eigentlich auch ganz nette Personen sind. Der ältere Mann hingegen erzählt zwar keine Kriegsgeschichten, aber dafür kann er sich nur beschweren und scheint schon etwas Senilität aufweisen zu können.

Meine Zimmergenossen sind meinem ersten Urteil auch gerecht geworden. Allesamt nicht aufdringlich, aber auch nicht zu stillschweigend. Einer schläft jeden Tag gemeinsam mit seiner Freundin ein, der nächste ist ein Krankengymnast der an IronMen teilnimmt und der Dritte im Bunde ist ein Hausmeister, der eine kleine Tochter hat. Okay, ich bin ruhig und dränge mich nicht in diese Gruppe hinein, denn schließlich sind sie schon acht Tage länger hier und kennen sich dementsprechend auch länger.

Na ja, heute gab es einen langen und auch recht lustigen Spaziergang. Der sollte zu meiner Überraschung sogar zwei Stunden gehen.
Da es hier doch recht ruhig auf der Station im obersten Stock des Charité-Bettenhochhauses ist, kann man sich hier schon Freiheiten nehmen, die man nicht hätte, wenn diese Forschungsabteilung gnadenlos überlastet wäre.
Ob das allerdings dafür spricht, gleich noch einmal eine Studie anzuhängen, das weiß ich noch nicht. Das wird sich erst in den nächsten Tagen herausstellen.

NACHTRAG: Ich habe diese Studie überlebt und bin heil wieder rausgekommen. Die letzten Tage waren zwar äußerst angespannt und anstrengend, aber genauso schön war es auch, etwas Zeit zu haben...
17.5.03 11:16





Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung